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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

Jazz Rap
Den janzen Jazz runterjammen

 

Beim Jazz Rap jammten die Enkel mit den Opas

"Listen to some HipHop/ My puh used to say it reminded him of Bebop", so rappen A Tribe Called Quest im Jahr 1991. Eine neue US-HipHop-Generation entdeckt die Coolness ihrer Opas. A Tribe Called Quest jammen mit Ron Carter, Guru mit Donald Byrd. Und auch der Londoner Hipster Galliano liefert als Schlüsselfigur des europäischen Acid Jazz Hypes einige hörenswerte Rap-Alben.

Talkin' All That Jazz. Das Stück von Stetsasonic trägt 1988 den "Jazz" schon im Titel und featuret auch noch ein Sample des Pianisten Lonnie Liston-Smith. Gang Starr bringen im gleichen Jahr ihre Debüt-Single raus. Auf "Word Is Manifest" erweist sich der tragende Loop, den DJ Premier da für seinen MC Guru auflegt, als Charlie Parker-Sample.

Gang Starr sollen mit ihrem minimalistischen Stil den HipHop verändern. Das aber genügt Guru aber nicht. Seine Schwäche für Jazz zelebriert er 1993 mit dem Projekt Jazzmatazz. Darauf jammt der New Yorker MC mit Größen der Blue Note wie etwa dem Trompeter Donald Byrd.

Vom Brooklyner Loft bis nach Mallorca

Aus einer anderen Session – nämlich der von A Tribe Called Quest mit dem Jazz-Bassisten Ron Carter - geht schließlich das Meisterwerk des Jazz Rap hervor. The Low End Theory loopt im Jahr 1991 Carters Bass zu tighten Beats und setzt prägnantes MCing darüber. Die Tribe-Kollegen aus der Native Tongue Posse, De La Soul, hatten bereits 1989 mit 3 Feet High And Rising das Sample-Bewusstsein des HipHop erweitert. Jazz-Verweise inklusive.

Fünf Jahre später ist Jazz Rap ist definitiv ein Trend. Besonders deutlich wird das an Chart-Erfolgen plakativ produzierender Projekte wie der Jazzkantine in Deutschland oder den Londonern US 3. Das "groovy, groovy, jazzy, funky" aus dem US 3-Single-Smasher "Cantaloop" läuft sogar in jeder Mallorca-Disco.

Die Erleuchteten des Vibes

Kein Wunder: Auch jenseits des Erfolges haben die Hipsters längst ein Auge auf die Geschichten des Jazz geworfen. Das Debüt von Galliano, In Pursuit Of The 13th Note, liefert clubby Beats, den lyrischen Flow von MC Rob Galliano und haufenweise Ehrerbietungen an die alten Vibe-Erleuchteten wie Pharoah Sanders.

Auf nachfolgenden Veröffentlichungen werden die Londoner immer mehr zum Funk finden. Ganz so, wie Gurus Jazzmatazz sich im Jahr 2000 dem Streetsoul zuwendet. Damit ist Jazz Rap endgültig aus der Mode gekommen. Seit den Stöber-Sessions der HipHopper in den Archiven der afro-amerikanischen Musikgeschichte bedient sich aber die ganze Popmusik gerne bei der Samplequelle called Jazz.

Weitere Meister dieses Genres sind:

The Roots, Courtney Pine, Ursula Rucker, Buckshot Lefonque, Dream Warriors

Schlüsselalben dieses Genres sind:

De La Soul: 3 Feet High And Rising [1989]
Gang Starr: Step In The Arena [1991]
Galliano: In Pursuit Of The 13th Note [1991]
A Tribe Called Quest: The Low End Theory [1991]
Guru: Jazzmatazz Vol. 1 [1993]
Urban Species: Listen [1994]
The Roots: Illadelph Halflife [1996]

Interesse geweckt?
Im Genrelexikon bietet musicline.de noch mehr Informationen rund um die Musikstile an. Zum Beispiel in den Einträgen Soviel Soul auf einmal (Philly Soul), Echo des Halls (Dub) oder Mehr so eine Haltung (Post Rock). (cb)