Start | Genres  | Black Music | Roots

GENRES

Roots
Religion und Politik zu langsamen Off-Beats

 

Eine entspannte Geschichte des Roots Reggae

Von frühen Melodians-Singles wie "Rivers Of Babylon" über die Lichtgestalt Bob Marley hat der Roots Reggae bis heute ein religiös-politisches Anliegen. So widerlegen die gemeinsamen Songs von Horace Andy und Massive Attack das "Sommer, Sonne, Gute Laune"-Klischee, das der Musik anhaftet. Also lehn' dich zurück und nimm dir Zeit für die Geschichte von Roots Reggae.

Da geht was in der Dancehall heute Abend! Mitte der Sechziger Jahre begann der Reggae, von den Leuten Jamaikas als Tanzflächenknüller gefeiert zu werden. Erst wurden die Tunes bloß auf Singles geritzt. Zu den frühen Hits zählten "Rivers Of Babylon" von den Melodians oder "Do The Reggay" von Toots & The Maytals, der gleichzeitig das Genre auf seinen Namen taufte. Die Musiker Jamaikas hatten sich die Orgel- und Gitarrensounds des Rhythm'n'Blues zu eigen gemacht, waren rhythmisch aber von Calypso und Mento geprägt. So kam es zunächst zum Ska, bennant nach den Skatalites. Im Laufe der Sixties wurde das Tempo der Off-Beat-Musik nach und nach gedrosselt.

Reggae rulte schließlich. Die Zeit der ersten LPs kam mit den frühen 70ern. Den Anfang machten Jimmy Cliff und Bob Marley. Mit ihren Alben wurde Reggae international goutiert. Und ihre Texte trugen dazu bei, dass die Anliegen der Rastafari-Bewegung ins globale Ohr drangen. Sänger wie Burning Spear, Bunny Wailer, Peter Tosh und Bands wie Culture, die Ethiopians und die Mystic Revealers sahen in Afrika das Land eines kommenden Messias. Dieser werde die Welt von der materialistischen Dekadenz des kapitalistischen Westens befreien. Marihuana als rituelle Droge der Rastafarians sollte weltweit die Konsumgewohnheiten zahlloser Jugendbewegungen prägen.

Die Spielereien des Produzenten und Elektronik-Freaks King Tubby waren natürlich auch vom heiligen Kraut inspiriert. Sie führten Mitte der 70er zum Dub - zu Instrumentalversionen von Reggae-Tunes, auf denen Echo-Effekte ausgiebig zelebriert werden. Zu New Wave Zeiten flochten dann britische Bands wie The Police oder The Clash die Sounds und Riddims des Reggae in ihre Hits ein. Auf Jamaika selbst wurde der Roots Reggae gegen Ende der Achtziger Jahre von den Drum Machines und Sprechgesängen des Dancehall Reggae überrollt. Allerdings konnte in den 90ern mit Horace Andy einer der tollsten Sänger des Roots Reggae (wieder-)entdeckt werden - die erfolgreiche Zusammenarbeit Andys mit Massive Attack machte das möglich.
(cb)

Weitere Meister dieser Strömung sind:

Dennis Brown, Alton Ellis, The Heptones, Black Uhuru, Pablo Moses und Linton Kwesi Johnson.

Diese Alben besitzen Schlüsselqualitäten:

Bob Marley & The Wailers: Catch A Fire [1973]
Toots & The Maytals: Funky Kingston [1973]
The Abyssinians: Forward [1976]
Peter Tosh: Legalize It [1976]
Junior Murvin: Police And Thieves [1977]
Horace Andy : Skylarking [1997]
The Melodians: Rivers Of Babylon [2001]

Interesse geweckt? Im Genrelexikon bietet musicline.de noch mehr Wissen über Musik. Zum Beispiel in den Einträgen Tanze diesen Rhythmus (Dancehall), Echo des Halls (Dub) oder Das weite Feld... (New Wave).