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Das musicline.de-Genrelexikon bietet Hintergründe zu den verschiedensten Stilen und Phänomenen in der Musik. In jedes Thema führt ein kurzer Text ein, der die wichtigsten Entwicklungen, einflussreichsten Künstler und besten CDs vorstellt. Das Genrelexikon erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wird fortwährend erweitert und aktualisiert.

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Karaoke
Das kann ich auch

 

Karaoke wächst mit den Technologien

"Kara" bedeutet "leer". "Oke" kürzt "Okesutura" ab, das Wort für "Orchester". Beide Wörter entstammen der japanischen Sprache, wie auch das Phänomen Karaoke aus Japan kommt. Seit den Siebziger Jahren ein Trend dort, wurde das Singen zu Playbacks von Hits in den 80ern auch eine Mode in den westlichen Ländern. Inzwischen aber ist es mit den Technologien gewachsen: nach der Kassette wurde die Technik immer Karaoke-freundlicher - bis hin zu den Bild-Ton-Medien DVD und Spielekonsole. Wer will auch,Abba, Beatles, Kylie sein?

Karaoke ist eines jener Phänomene, an deren Beispiel die Entwicklung von Freizeitbeschäftigungen nachspürbar wird. Denn es begann als fixe Idee in der Region Kansai im Westen Japans. Der Ursprungsmythen existiert eine Vielzahl, doch sie stimmen darin überein, dass es irgendwo in Kobe passierte. Da kommen sowieso die neuen Ideen des Landes her, und so soll es ein Barbesitzer der Stadt gewesen sein: Für jene Fälle, in denen eine bestellte Band verhindert war, soll dieser Mann eine Kassette bereit gehalten haben mit Instrumentalversionen von Hits. Eine Stimme dafür ließ sich immer finden. Demnach war auch der Name schnell gefunden: "Kara" bedeutet "leer" im Japanischen, und "Oke" ist die Abkürzung für "Okesutura", Orchester.

Aufkommen in den 1970er Jahren

Bereits in den Siebzigerjahren weitete sich Karaoke zur landesweiten Modeerscheinung Japans aus. Zunächst waren es Geschäftsleute, die ihre Freizeit in exklusiven Bars mit Karaoke-Zimmern verbrachten. Es kam die neue Erfindung "Video" und eroberte in den Achtzigern die Weltmärkte. Doch auch als Pophits schon in der ganzen Welt durch die Boxen von TV-Geräten drangen, Bänker und Professorinnen der Betriebswirtschaft dazu die Textzeilen interpretierten: Auch da, es ging auf das Ende der Achtzigerjahre zu, galt Karaoke noch als schnellebiger Trend.

Einmal durch die Medien gereicht, würden öffentliche Karaoke-Bars oder Karaoke-Partys in den Wohnzimmern schnell wieder vergessen sein. So nahm man an. Man irrte, denn die Geschichte der Freizeitgestaltung, die Geschichte der Technologie, und sogar die Geschichte der Popmusik: Allesamt verliefen sie "karaokisch" - sie alle sollten das Vergnügen Karaoke dauerhaft etablieren.

Die Eroberung der Wohnzimmer

Abba, Beatles, Kylie - sie gehören noch in jeder Bar zum Basisrepertoire. Besonders in den Großstädten gibt es zwei Grundmodelle der Karaoke-Bar; diese mit einer Art Bühne, auf der öffentlich gesungen wird; jene mit abgeschlossenen Räumen, anzumieten für eine Anzahl von 2 bis ungefähr 20 Personen. Dort lernt man vielleicht auch lange verschmähte Songwriter wie etwa die Beach Boys oder Simon & Garfunkel lieben. Hat man erst einmal deren Lieder gesungen: Man versteht die Kunst des Liederschreibens. Zu Beginn der Nullerjahre also deuten die Zeichen darauf hin, dass Karaoke sich in Großstadt-Bars einnistet. Vor allem aber in den Jugend- und Wohnzimmern.

Denn das Singen ist für alle von Bedeutung und kann ganz individuell interpretiert werden. Immer aber steckt die Idee vom "Das kann ich auch" dahinter. In Teenie-Jahren himmelt man seine Stars an, fühlt sich ihnen beim Karaokesingen näher. Und später bietet Karaoke immer noch die Möglichkeit, als ideal empfundenen Gesangslinien nachzuspüren, sie zu lernen.

Die Technologie schließlich hat sich rasant hin zu jenen Bild-Ton-Medien entwickelt, wie sie dem Karaokesingen beste Bedingungen bereiten. Denn mit der Spielkonsole und der DVD werden nun auch diejenigen von Karaoke ereilt, die bisher ihre Stimme nicht in die Öffentlichkeit stellen wollten. Introvertierte sagen "Danke!": Robbie Williams und Britney Spears etwa haben längst Karaoke-Sammlungen ihrer Hits veröffentlicht. Die Compilations werden sogar immer spezialisierter: neben Themen-Karaoke mit etwa Liebesliedern sind bereits Genre-Sammlungen veröffentlicht, zum Beispiel Karaoke Soul. Und das geht, bei steigender Qualität in Klang und Bild, alles auch ganz allein zuhause.
(cb)

5 Alben zum Einsingen

Abba: Gold [1992]
The Beatles: 1 [2000]
The Beach Boys: Beach Boys Classics [2002]
Kylie Minogue: Greatest Hits [2003]
Robbie Williams: Greatest Hits [2004]

5 Alben fürs Karaoke zu Hause

V.A.: Karaoke 2 [1998]V.A.: Karaoke Soul [2003]
V.A.: Love Songs Karaoke [2003]
V.A.: Ultimate 60's Karaoke [2004]
Pettersson und Findus: Lieblings Karaoke Lieder [2004]